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Klaus und seine Migräne

Mann mit Migräne.

 

 

Klaus, 54 Jahre alt, kam zu mir wegen seiner Migräne. Seine Beschwerden begannen im Alter von 6 oder 7 Jahren.

In regelmäßigen Abständen litt er unter einseitigen fürchterlichen Kopfschmerzen. Hinzu kamen über die Jahre starke Übelkeit und eine große Lichtempfindlichkeit.

 

Nach dem Biologischen Dekodieren beziehen sich die unterbewussten Ursachen für Migräne auf das „Gesicht“ im weitesten Sinne. Es geht um Themen wie zum Beispiel:

  • dass dem Menschen die Anerkennung fehlt (sein Gesicht wird nicht wahrgenommen)
  • dass Gesicht eines Toten sehen müssen (dazu gezwungen sein) oder nicht mehr sehen können (nicht dürfen)
  • Angst, das Gesicht zu verlieren
  • Unfälle mit Gesichtsverletzungen
  • die Hoffnung, dass das Gesicht eines Toten in einem Nachkommen wiederkehrt (gab es früher sehr häufig; zu erkennen daran, dass der gleiche Vorname vergeben wurde)

Ein wichtiger Satz, den Klaus gleich zu Beginn unseres ersten Gesprächs sagte, war, dass er sein Leben lang das Gefühl gehabt habe, nicht wahrgenommen, nicht gesehen zu werden. Wenn er etwas sagt, so hat er das Gefühl, es höre ihm niemand wirkllich zu und das Gesagte kommt bei anderen Menschen nicht an.

An diesem Thema arbeiteten wir zunächst und fanden den Ursprung mit Hilfe einer Meditation in seiner Kindheit.

Es gelang uns, den Ursprung emotional aufzulösen:

Klaus, ein absoluter Kopf- und Kontroll-Mensch, welcher bis dato versuchte, jegliche Emotionen tunlichst zu vermeiden und zu unterdrücken, weinte bitterlich bei der Begegnung mit seinem inneren Kind.

Nach dieser „Reise“ sagte er, er verspüre einen tiefen Frieden, wie er ihn noch nie erlebt habe.

Bei unserem nächsten Termin erzählte Klaus, es habe sich unglaublich viel verändert. Er fühle sich plötzlich von Kollegen, Familie und Freunden gesehen und gehört und könne sich gar nicht erklären, warum. Dies ist ein Effekt, den sehr häufig von meinen Klienten erzählt bekomme. Denn nachdem Dinge im Unterbewusstsein emotional aufgelöst sind, strahlen die Menschen etwas anderes aus, treten anders auf, wirken anders auf Mitmenschen und folglich ziehen sie andere Verhaltensweisen an bzw. nehmen ihr Umwelt anders war.

Die Migräne jedoch war unverändert.

Wir suchten weiter und wurden in seiner Familiengeschichte fündig:

Seine Mutter hatte mehrere Geschwister, unter anderem einen zwei Jahre jüngeren Bruder. Sie hing sehr an diesem Bruder, welcher allerdings im Kleinkindalter verstarb; die Mutter war zu dem Zeitpunkt seines Todes 6 Jahre alt.

Dieser Bruder hieß Klaus.

„Mein“ Klaus, also der Klient, erinnerte sich sogar, dass seine Mutter mal zu ihm gesagt habe, dass sie ihn bewusst nach ihrem verstorbenen Bruder genannt habe. Bewusst oder unbewusst fanden wir hier also den Wunsch seiner Mutter, dass das Gesicht ihres toten Bruders in ihrem eigenen Sohn wiederkehrt.

Zudem hatte die Mutter den Anblick des toten Bruders nie überwunden.

Klaus‘ Migräne begann geschätzt im Alter von 6 oder 7 Jahren; seine Mutter war 6 Jahre alt, als ihr Bruder starb.

Schaut man sich die Familiengeschichten an, so ist auch das Alter, in dem ein Symptom beginnt, kein Zufall, sondern es finden sich entsprechende Erlebnisse im gleichen Alter bei Vorfahren.

Klaus sagte den weiteren Termin, den wir für 6 Wochen später vereinbart hatten ab, da er keine Migräne-Attacke mehr hatte.
Seither, es sind nun gut zwei Jahre vergangen, habe ich nichts mehr von Klaus gehört.

(c) Foto "Rad": Joachim Herder